Weihrauch

Weihrauch dienen meistens die größeren und älteren Messdiener.
Im Folgenden wird erklärt, was bei diesem Dienst zu beachten ist.

Vorbereitung:
Das Rauchfass muss für den Gottesdienst vorbereitet werden. Ca. 10 Minuten vor Beginn wird dafür eine Kohle über einer Kerze entzündet. Es sind verschiedene Größen von Kohlen vorhanden, dabei empfiehlt es sich den Priester zu fragen, ob sich eine große Kohle lohnt.
Nach dem Entzünden legt man die Kohle ins Rauchfass und geht dann mit dem Fass in den Nebenraum, um das Fass zu schleudern, damit durch den Luftzug die ganze Kohle glüht.
Beim Schiffchen ist darauf zu achten, dass genug Weihrauch darin ist. Da es mehrere Sorten gibt, soll bitte mit dem Priester abgesprochen werden, welche Sorte verwendet werden soll.

Aufgaben im Gottesdienst

Einzug:
Normalerweise laufen die Weihrauchdiener beim Einzug ganz vorne. Der Rauchfassdiener läuft dabei rechts und der Schiffchendiener links.
Bei besonderen Gottesdiensten kann es sein, dass der Einzug nicht wie an Sonntagen ist, sondern einen anderen Weg geht. Dabei sind dann die Weihrauchdiener für das Tempo und den Weg verantwortlich.
Zur Kniebeuge stellen sich alle an den Stufen vor dem Altar auf. Die Weihrauchdiener stehen direkt neben Priester und Zeremoniar.
Nach dem Altarkuss wird beim Rauchfass Weihrauch aufgelegt. Dazu stellen sich die beiden Weihrauchdiener auf die Stufe vor den Priester, das Schiffchen wird ganz nah an das Rauchfass gehalten, sodass der Weihrauch nicht auf den Boden fällt.
Dann wird das Rauchfass geschlossen und dem Priester übergeben, der nun die Altarinzens durchführt. Anschließend wird es dem Weihrauchdiener zurückgegeben und alle Messdiener gehen nun auf ihre Plätze.
Der Platz der Weihrauchdiener ist normalerweise rechts bei den zwei Sedilien (Hocker) mit Kredenz (Tisch). Der Weihrauchdiener geht dabei auf den linken Platz, damit später genug Platz zum Schwenken ist.

Kyrie

Gloria:
Beim Gloria wird das Rauchfass geschwenkt. Dabei ist zu beachten, dass man niemanden damit schlägt. Vom Auflegen beim Einzug sollte noch genug Weihrauch auf der Kohle sein, damit es genug raucht, ist dies nicht der Fall, so soll bitte selbstständig etwas aufgelegt werden.

Antwortgesang/Halleluja:
Direkt nach der Lesung gehen die Weihrauchdiener zum Priester, der dann im Sitzen Weihrauch auflegt. Danach stellen sie sich mit den anderen Messdienern an den Stufen hinter dem Altar auf. Der Rauchfassdiener stellt sich dabei links auf.

Evangelium:
Nach dem Aufstellen erfolgt, sobald der Priester in der Mitte steht, eine Verneigung. Dann gehen alle zum Ambo. Nach der Inzens gehen die Weihrauchdiener einen Schritt zurück, sodass der Priester vom Weihrauch keinen Hustenreiz bekommt.
Nach dem Evangelium wird das Rauchfass in die Sakristei gebracht. Dabei wird der Weihrauch von der Kohle gekratzt und eine frische Kohle auf die schon darin liegende gelegt. Danach wird das Rauchfass in den Flur gehängt, damit nicht die ganze Sakristei zugeräuchert ist.
Sobald dies erledigt ist, gehen die Messdiener wieder auf ihren Platz.

Glaubensbekenntnis

Gabenbereitung:
Nach den Fürbitten muss das Rauchfass wieder aus der Sakristei geholt werden. Dort muss die Kohle nun umgedreht werden. Die beiden Weihrauchdiener und der Zeremoniar stellen sich dann seitlich vom Altar auf und warten, bis der Priester auflegt. Sobald dies geschehen ist übergeben sie dem Priester das Rauchfass und dieser inzensiert den Altar.
Danach bekommt der Zeremoniar das Rauchfass und inzensiert, nach einer Verneigung, nun den Priester, 2x Kopf, 2x linke Schulter, 2x rechte Schulter. Abschließend wieder eine Verneigung.
Anschließend gehen die Weihrauchdiener mit dem Zeremoniar zur Kommunionbank und inzensiert nach einer Verneigung die Gemeinde, 2x Mitte, 2x links, 2x rechts. Danach wieder eine Verneigung und nach dem Umdrehen eine Kniebeuge.
Sind Flambodiener anwesend, so führen die Weihrauchdiener diese nach der Kniebeuge hinaus, sodass die Flambos geholt werden können.

Sanctus:
Beim Aufstellen wird noch einmal etwas Weihrauch aufgelegt.
Zum Sanctus-Lied kommen die Weihrauchdiener mit den Flambodienern und den Flambos wieder in die Kirche und machen, sobald sie an der Kommunionbank sind eine Kniebeuge.
Zum Sanctus wird das Rauchfass geschwenkt.
Hochgebet/Wandlung:
Nach dem Sanctus knien sich alle hin. Der Zeremoniar hat vom Rauchfassdiener das Rauchfass übernommen. Beim zweiten und dritten Klingeln, also, wenn die Hostie und bzw. der Kelch empor gehoben wird, inzensiert der Zeremoniar die Gaben, 3×3 mittig.
Vater Unser:
Nach dem Hochgebet stehen alle auf und der Zeremoniar übergibt das Rauchfass an die Weihrauchdiener.
Während dem Vater Unser, bei den Worten „Sondern erlöse uns von dem Bösen“ machen die Weihrauchdiener, der Zeremoniar und, wenn anwesend, die Flambodiener eine gemeinsame Kniebeuge und bringen die Flambos und das Rauchfass weg.
Agnus Dei:
Beim Friedenslied kommen alle wieder rein. An den Stufen vor dem Altar machen alle eine Kniebeuge.
Kommunion:
Nachdem alle Messdiener die Kommunion empfangen haben, gehen sie auf ihre Plätze. Sobald die ersten Hostien zurück zum Altar gebracht werden, stehen alle Messdiener innerhalb des Chorraumes auf und bleiben stehen. Wenn die Hostien zum Tabernakel gebracht werden, wenden sich alle, bis auf die Altardiener, dem Tabernakel zu und machen eine Verneigung, sobald er geschlossen wird. Danach können sich alle wieder hinsetzen.

Schlussgebet:
Zum Schlussgebet stehen alle auf.
Segen
Auszug:
Beim Auszug laufen die Weihrauchdiener nicht mehr vorne, sondern direkt hinter Kreuz und Leuchtern.
Nachbereitung:
Nach dem Auszug und dem abschließenden Gebet: „Gelobt sei Jesus Christus!“ – „In Ewigkeit, Amen!“ werden die Gewänder wieder ordentlich in den Schrank gehängt.
Danach wird das Rauchfass gereinigt. Dazu die Kohle draußen auf der Wiese am Rand ausleeren, die Schale auskratzen und das Rauchfass zurück in die Sakristei hängen.